Ratgeber Vermögen
Liquiditätsplanung im Family Office
Stand: 11. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Liquiditätsplanung stellt sicher, dass eine Familie ihre Verpflichtungen jederzeit erfüllen kann, ohne Vermögenswerte zur Unzeit verkaufen zu müssen. Dazu gehören laufende Ausgaben, Steuern, Kapitalabrufe von Private-Equity-Fonds, Zins- und Tilgungszahlungen sowie geplante Ausschüttungen – gegenübergestellt mit Erträgen, Fälligkeiten und einer festgelegten Reserve.
Was in die Planung gehört
- Lebenshaltung und Ausgaben der Familie.
- Steuerzahlungen und Vorauszahlungen.
- Offene Kapitalzusagen und erwartete Abrufe.
- Hypotheken und Darlehen: Zinsen, Tilgung, Fälligkeiten.
- Ausschüttungen aus Stiftungen und Gesellschaften.
- Erwartete Erträge: Dividenden, Mieten, Rückzahlungen, Ausschüttungen von Fonds.
Reserve und Szenarien
Bewährt ist eine Liquiditätsreserve für einen festgelegten Zeitraum, etwa zwölf bis vierundzwanzig Monate an Ausgaben und erwarteten Abrufen. Ergänzend helfen Szenarien: Was passiert, wenn mehrere Fonds gleichzeitig abrufen, Ausschüttungen ausbleiben oder Märkte fallen? Kreditlinien bei Banken können eine Brücke sein, sollten aber nicht die Planung ersetzen.
In FLIORE
FLIORE zeigt liquide Mittel je Bank und Struktur, Verbindlichkeiten mit Fälligkeiten und die Zahlungsströme von Private-Equity-Engagements. Daraus entsteht die Grundlage für eine rollierende Liquiditätsplanung, die im Investment Committee besprochen wird.
Praxis: eine rollierende Zwölf-Monats-Sicht
Bewährt ist eine rollierende Sicht über die nächsten zwölf Monate: Monat für Monat erwartete Ausgaben, Steuern, Kapitalabrufe, Zins- und Tilgungszahlungen sowie erwartete Erträge und Ausschüttungen. Daneben steht die verfügbare Liquidität je Bank und Struktur. Jede Abweichung wird früh sichtbar, und Entscheidungen über Verkäufe oder Kreditlinien können in Ruhe getroffen werden.
Häufige Fragen
Sind Kreditlinien ein Ersatz für Liquiditätsreserven?
Nur bedingt. Kreditlinien können kurzfristig überbrücken, werden in Krisen aber oft gekürzt oder verteuert. Eine eigene Reserve bleibt die verlässlichere Grundlage.
Wie groß sollte die Liquiditätsreserve sein?
Das hängt von Ausgaben, Verpflichtungen und Risikobereitschaft ab; viele Familien planen zwölf bis vierundzwanzig Monate.
Wie plane ich Kapitalabrufe?
Mit einer Übersicht über offene Zusagen je Fonds und Erfahrungswerten zur Abrufgeschwindigkeit.
Wie oft wird die Planung aktualisiert?
Rollierend, mindestens quartalsweise und bei größeren Ereignissen.
Quellen
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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