Regulierung Deutschland
GwG-Pflichten im Family Office
Stand: 9. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Ob ein Family Office selbst Verpflichteter nach § 2 GwG ist, hängt von seinen Tätigkeiten ab. Unabhängig davon verlangen Banken, Notare und Steuerberater von jeder Struktur die Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten. In der Praxis muss ein Family Office deshalb jederzeit belegen können, wer hinter jeder Gesellschaft und Stiftung steht, wie das Risiko eingeschätzt wurde und welche Unterlagen vorliegen.
Wer Verpflichteter ist
§ 2 GwG zählt die Verpflichteten abschließend auf – darunter Kreditinstitute, Finanzdienstleistungs- und Wertpapierinstitute, Versicherungen, Rechtsanwälte und Steuerberater in bestimmten Fällen, Dienstleister für Gesellschaften und Treuhandvermögen, Immobilienmakler und Güterhändler. Ein Family Office, das als Treuhänder auftritt, Gesellschaften gründet oder verwaltet oder Finanzportfolioverwaltung für Dritte erbringt, kann darunter fallen.
Auch wenn das Family Office selbst nicht verpflichtet ist: Seine Gesellschaften müssen ihre wirtschaftlich Berechtigten ermitteln und dem Transparenzregister mitteilen (§ 20 GwG).
Allgemeine und verstärkte Sorgfaltspflichten
Für Verpflichtete gelten nach §§ 10 ff. GwG unter anderem:
- Identifizierung des Vertragspartners und gegebenenfalls der für ihn auftretenden Person.
- Abklärung, ob der Vertragspartner für einen wirtschaftlich Berechtigten handelt, und dessen Identifizierung.
- Einholung von Informationen über Zweck und Art der Geschäftsbeziehung.
- Abklärung des PEP-Status; bei PEP, Hochrisikoländern und auffälligen Transaktionen verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 GwG).
- Kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung und Aktualisierung der Unterlagen.
- Aufzeichnung und Aufbewahrung (§ 8 GwG).
Wie FLIORE die Nachweise führt
FLIORE dokumentiert je Mandat die wirtschaftlich Berechtigten mit Anteil, Kontrolle und Belegen, die Risikobeurteilung mit Begründung und Referenzstand, die periodischen Überprüfungen und alle Dokumente mit Gültigkeit. Jede Änderung steht im unveränderlichen Prüfprotokoll. Das ersetzt keine Risikoanalyse nach § 5 GwG, liefert ihr aber die Daten.
Auf einen Blick
| Verpflichtete | § 2 GwG |
|---|---|
| Risikomanagement | §§ 4–6 GwG (Risikoanalyse, interne Sicherungsmaßnahmen) |
| Sorgfaltspflichten | allgemein §§ 10 ff. GwG, verstärkt § 15 GwG |
| Aufzeichnung | § 8 GwG |
Häufige Fragen
Ist ein Single Family Office Verpflichteter nach dem GwG?
Nicht automatisch. Entscheidend sind die konkreten Tätigkeiten. Unabhängig davon müssen die Gesellschaften der Familie ihre wirtschaftlich Berechtigten an das Transparenzregister melden.
Wann gelten verstärkte Sorgfaltspflichten?
Unter anderem bei politisch exponierten Personen, bei Bezügen zu Drittstaaten mit hohem Risiko und bei ungewöhnlich komplexen oder großen Transaktionen.
Wie hilft FLIORE bei der Risikoeinstufung?
Mit einer Referenz über alle Länder und Branchen, dem PEP-Status und den Länderbezügen aller Personen. Das höchste Band gilt; die Entscheidung trifft die verantwortliche Person.
Quellen
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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