Regulierung Deutschland
CRS-Meldung in Deutschland (FKAustG)
Stand: 9. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Deutsche Finanzinstitute melden Konten von Personen mit Steuersitz in Partnerstaaten nach dem Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG) an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Für Family-Office-Strukturen entscheidend ist die Klassifizierung jeder Einheit – Finanzinstitut, aktiver oder passiver Rechtsträger – und bei passiven Rechtsträgern die vollständige Erfassung der beherrschenden Personen mit Steuerdomizil und Steueridentifikationsnummer.
Klassifizierung der Strukturen
Eine vermögensverwaltende Holding oder Familienstiftung kann je nach Ausgestaltung als Investmentunternehmen und damit als Finanzinstitut gelten – insbesondere, wenn ihr Vermögen von einem professionellen Vermögensverwalter verwaltet wird und sie überwiegend Finanzerträge erzielt. Andernfalls ist sie häufig ein passiver Rechtsträger, für den die kontoführende Bank die beherrschenden Personen meldet.
Die Einordnung ist für jedes Jahr zu prüfen; ändert sich die Verwaltung des Vermögens, kann sich auch die Klassifizierung ändern.
Beherrschende Personen
Nach dem OECD-Standard gelten bei Trusts und stiftungsähnlichen Gebilden insbesondere Stifter bzw. Settlor, Trustees bzw. Vorstand, Protector und Begünstigte als beherrschende Personen. Benötigt werden je Person:
- Name, Adresse und Steuerdomizil(e),
- Steueridentifikationsnummer je Steuerdomizil oder der Grund, weshalb keine vergeben wird,
- Geburtsdatum und Geburtsort bzw. -land.
Wie FLIORE die Meldung vorbereitet
FLIORE führt die Klassifizierung je Mandat und Jahr, belegt beherrschende Personen anhand ihrer Rolle vor und zeigt vor dem Export, welche Angaben fehlen. Die Daten werden einmal je Person gepflegt und gelten in allen Strukturen, in denen sie vorkommt.
Praxis: wo CRS-Daten im Family Office verloren gehen
Die meisten Lücken entstehen nicht bei der Meldung, sondern davor: Ein Begünstigter zieht ins Ausland, ein neues Familienmitglied kommt hinzu, eine Holding wird umstrukturiert – und die Angaben bei den Banken bleiben auf dem alten Stand. Ein Jahr später fragt die Bank nach, oder eine ausländische Steuerbehörde meldet sich.
FLIORE verknüpft Steuerdomizile, Adressen und Rollen mit der Person, nicht mit einem Formular. Ändert sich der Wohnsitz, ist die Änderung in allen Strukturen sichtbar, in denen die Person vorkommt; die Vorabprüfung zeigt sofort, welche Angaben für die nächste Meldung fehlen.
Auf einen Blick
| Rechtsgrundlage | Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG) |
|---|---|
| Empfänger | Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) |
| Standard | OECD Common Reporting Standard (CRS) |
Häufige Fragen
Ist eine deutsche Familienstiftung meldepflichtiges Finanzinstitut?
Das hängt von der Verwaltung ihres Vermögens und der Art ihrer Erträge ab. Eine professionell verwaltete Stiftung mit überwiegend Finanzerträgen kann als Investmentunternehmen gelten; sonst ist sie meist ein passiver Rechtsträger.
Welche Daten fehlen in der Praxis am häufigsten?
Steueridentifikationsnummern ausländischer Begünstigter, Geburtsorte und aktuelle Wohnsitzadressen. FLIORE zeigt diese Lücken je Person vor dem Export.
Übermittelt FLIORE an das BZSt?
Nein. FLIORE bereitet die Daten auf und prüft die Vollständigkeit; die Übermittlung erfolgt durch das meldende Finanzinstitut.
Quellen
- Bundeszentralamt für Steuern – Automatischer Informationsaustausch
- OECD – Common Reporting Standard
- Gesetze im Internet (FKAustG)
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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