Vergleich
Family-Office-Software vs. reine Portfolio-Reporting-Software
Stand: 9. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Reine Portfolio-Reporting-Software konzentriert sich auf Bankdaten, Konsolidierung und Performance – oft mit Datenfeeds vieler Depotbanken. Operative Family-Office-Software deckt zusätzlich den Betrieb ab: Strukturen und Personen, wirtschaftlich Berechtigte, Risikobeurteilung, Dokumente, Fristen und Prüfpfad. Welche Kategorie passt, hängt davon ab, ob das Family Office vor allem berichtet oder vor allem verwaltet.
Stärken reiner Reporting-Software
Spezialisierte Reporting-Lösungen sind auf die Verarbeitung großer Mengen von Bank- und Depotdaten ausgelegt. Sie bieten häufig zahlreiche direkte Bankanbindungen, detaillierte Performance-Attribution und umfangreiche Berichtsvorlagen. Für Häuser, deren Kernleistung das Investment-Reporting ist, sind das gewichtige Argumente.
Was operative Family-Office-Software zusätzlich abdeckt
Ein Family Office verwaltet mehr als Wertpapiere:
- Strukturen und Personen: Gesellschaften, Stiftungen und Trusts mit Organen, Begünstigten und Historie.
- Compliance: wirtschaftlich Berechtigte, Risikobeurteilung, PEP, periodische Überprüfungen, AIA/CRS.
- Nicht bankfähige Vermögenswerte: Immobilien, Beteiligungen, Kunst, Yachten, Luftfahrzeuge, Fahrzeuge.
- Betrieb: Dokumente mit Gültigkeit, Aufgaben und Fristen, Rechnungsstellung, Mandantenportal.
- Prüfpfad: jede Änderung nachvollziehbar.
Kombinieren statt ersetzen
Beide Kategorien schließen sich nicht aus. Viele Family Offices nutzen ein spezialisiertes Reporting für das liquide Vermögen und eine operative Plattform für Strukturen, Compliance und Betrieb. FLIORE bringt eine eigene Konsolidierung mit Performance (TWR, IRR, MOIC) und Monatsberichten mit und ergänzt so auch Häuser ohne separates Reporting-System.
Entscheidungshilfe
Drei Fragen helfen bei der Wahl: Wie viel Zeit verbringt das Team mit Bankdaten und Performance, wie viel mit Strukturen, Dokumenten und Compliance? Wie viele nicht bankfähige Vermögenswerte gehören zum Vermögen? Und wer prüft das Haus – nur die Familie oder auch Aufsicht und Revision?
Überwiegt das Investment-Reporting, steht eine spezialisierte Reporting-Lösung im Vordergrund. Überwiegen Strukturen, Compliance und Betrieb, ist eine operative Plattform die Grundlage – mit eigener Konsolidierung und der Möglichkeit, ein Reporting-System zu ergänzen.
Auf einen Blick
| Schwerpunkt | Reporting-Software: Bankdaten und Performance · Family-Office-Software: Strukturen, Compliance, Betrieb und Konsolidierung |
|---|---|
| Wirtschaftlich Berechtigte | Reporting-Software: meist nicht · Family-Office-Software: ja, mit Historie |
| Nicht bankfähige Vermögenswerte | Reporting-Software: eingeschränkt · Family-Office-Software: ja |
| Prüfprotokoll | Reporting-Software: je nach Produkt · Family-Office-Software: ja |
Häufige Fragen
Braucht ein Family Office beides?
Nicht zwingend. Mit wenigen Banken genügt oft die Konsolidierung einer operativen Plattform. Bei sehr vielen Depots und anspruchsvoller Performance-Attribution kann ein zusätzliches Reporting-System sinnvoll sein.
Wie kommen Bankdaten in FLIORE?
Über den Import von CAMT.053- und MT940-Auszügen; doppelte Buchungen werden automatisch erkannt. Aggregatoren lassen sich über eine Anbieterschicht anbinden.
Erstellt FLIORE Kundenberichte?
Ja, druckfertige Monatsberichte je Mandat mit Vermögensentwicklung, Allokation und Performance, mehrsprachig und im Corporate Design des Hauses.
Quellen
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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