Ratgeber Vermögen
Depotbanken auswählen und steuern
Stand: 11. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Die Depotbank verwahrt das Vermögen und führt Transaktionen aus. Family Offices wählen sie nach Bonität und Domizil, Kosten einschließlich Retrozessionen, Qualität von Reporting und elektronischer Datenlieferung sowie Service. Viele Familien verteilen ihr Vermögen auf zwei bis vier Banken, um Klumpenrisiken zu vermeiden – und brauchen dann eine konsolidierte Sicht über alle.
Auswahlkriterien
- Bonität, Eigentümerschaft und Domizil der Bank.
- Kosten: Depot- und Transaktionsgebühren, Devisenmargen, Retrozessionen.
- Datenlieferung: elektronische Auszüge (CAMT.053, MT940), Schnittstellen.
- Reporting-Qualität und Verfügbarkeit von Steuerausweisen.
- Zugang zu Märkten, Anlageklassen und Kreditlinien.
- Service, Erreichbarkeit und Stabilität des Betreuungsteams.
Eine oder mehrere Banken
Mehrere Banken verteilen Gegenparteirisiken und schaffen Vergleichbarkeit bei Kosten und Leistung. Dafür steigt der Aufwand: unterschiedliche Formate, mehrere Ansprechpartner, mehrfache KYC-Anfragen. Ohne Konsolidierung verliert die Familie schnell den Überblick.
Steuern statt verwalten lassen
Regelmäßige Kostenvergleiche, ein jährliches Bankgespräch mit klaren Kennzahlen und die Offenlegung von Retrozessionen gehören zur professionellen Bankensteuerung. FLIORE konsolidiert Positionen aller Banken über elektronische Auszüge und macht Kosten und Performance je Bank vergleichbar.
Praxis: das jährliche Bankgespräch
Ein strukturiertes jährliches Bankgespräch umfasst Kosten im Vorjahr, Performance der verwalteten Mandate gegenüber Benchmark, Qualität und Pünktlichkeit der Datenlieferung, offene KYC-Punkte und Änderungen im Betreuungsteam. Wer diese Punkte für jede Bank gleich erhebt, kann Banken objektiv vergleichen und bei Bedarf Konditionen nachverhandeln.
Häufige Fragen
Wie oft sollten Banken verglichen werden?
Ein strukturierter Vergleich von Kosten, Performance und Service einmal jährlich ist üblich; eine grundlegende Ausschreibung alle paar Jahre oder bei größeren Veränderungen im Vermögen.
Wie viele Depotbanken sind sinnvoll?
Häufig zwei bis vier – genug, um Risiken zu verteilen, und wenige genug, um den Aufwand zu begrenzen.
Was sind Retrozessionen?
Vergütungen, die Banken von Produktanbietern erhalten. Sie sollten offengelegt und je nach Vereinbarung an die Familie weitergegeben werden.
Wie kommen die Bankdaten in FLIORE?
Über elektronische Auszüge im Format CAMT.053 oder MT940; doppelte Buchungen werden erkannt.
Quellen
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
Weiterlesen
Mehr zu Vermögen & Reporting
FLIORE in Ihrem Family Office
Sehen Sie Strukturen, Compliance und konsolidiertes Vermögen mit Ihren eigenen Fragestellungen – in einer persönlichen Demo.
