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Ratgeber Vermögen

Direktbeteiligungen und Co-Investments im Family Office

Stand: 11. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE

Kurzantwort

Viele Family Offices investieren direkt in Unternehmen oder beteiligen sich als Co-Investor neben einem Private-Equity-Fonds. Das spart Gebühren, bringt Einfluss und Nähe zum Unternehmertum, verlangt aber eigene Due Diligence, Verhandlung von Beteiligungsverträgen, laufende Überwachung und eine sorgfältige Dokumentation. Ohne Team und Prozesse wird aus der Chance schnell ein Klumpenrisiko.

Chancen und Risiken

Direktbeteiligungen erlauben eine gezielte Auswahl, geringere Gebühren und oft einen Sitz im Verwaltungs- oder Beirat. Dem stehen Konzentrationsrisiken, Illiquidität, hoher Prüfaufwand und die Abhängigkeit von wenigen Personen gegenüber. Co-Investments neben einem Fonds verbinden die Prüfung des Fondsmanagers mit eigener Beteiligung zu günstigeren Konditionen.

Was zu dokumentieren ist

  • Investment-Memo und Due-Diligence-Berichte.
  • Beteiligungs- und Aktionärsbindungsverträge bzw. Gesellschaftervereinbarungen.
  • Kapitalisierungstabelle mit Anteilen, Klassen und Verwässerung.
  • Bewertungen mit Datum und Methode, Finanzberichte der Gesellschaft.
  • Rechte und Fristen: Vorkaufsrechte, Mitverkaufsrechte, Berichtspflichten.

In FLIORE

Direktbeteiligungen werden als Beteiligungen mit Quote und Historie geführt; Bewertungen erhalten Datum und Quelle, Verträge liegen beim Investment, Fristen werden als Aufgaben geführt. Über die Durchschau fließen sie anteilig ins Familienvermögen ein, mit IRR und MOIC.

Praxis: ein Investmentprozess

Ein fester Prozess schützt vor Bauchentscheidungen: Erstprüfung anhand der Kriterien im IPS, vertiefte Due Diligence mit externen Spezialisten, Investment-Memo, Entscheidung im Investment Committee, Verhandlung und Abschluss, danach regelmäßiges Reporting der Gesellschaft. Jede Stufe wird dokumentiert, damit Entscheidungen auch Jahre später nachvollziehbar bleiben.

Häufige Fragen

Brauche ich für Direktbeteiligungen ein eigenes Team?

Für regelmäßige Direktbeteiligungen ja, zumindest eine verantwortliche Person mit Zugang zu externen Spezialisten für Due Diligence, Recht und Bewertung.

Wie viel Vermögen sollte in Direktbeteiligungen fließen?

Das legt das Investment Policy Statement fest; wichtig sind Bandbreiten und Grenzen je Einzelbeteiligung.

Was ist der Vorteil eines Co-Investments?

Geringere Gebühren und gezielte Auswahl, kombiniert mit der Prüfung durch einen professionellen Fondsmanager.

Wie werden Direktbeteiligungen bewertet?

Mit anerkannten Methoden wie Multiplikatoren oder Discounted Cash Flow, mindestens jährlich und mit dokumentierter Grundlage.

Quellen

Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.

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