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Vergleich

Family Office oder Vermögensverwalter? Der Unterschied

Stand: 11. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE

Kurzantwort

Ein unabhängiger Vermögensverwalter trifft Anlageentscheidungen für ein Portfolio innerhalb eines Mandats und ist dafür bewilligt und beaufsichtigt. Ein Family Office betreut die Familie ganzheitlich: Es wählt Verwalter aus, überwacht sie und kümmert sich zusätzlich um Strukturen, Compliance, Steuern, Nachfolge und Governance. Der Verwalter ist ein Dienstleister des Family Office, nicht sein Ersatz.

Schwerpunkte

  • Vermögensverwalter: Portfolio, Anlageentscheidungen, Risikomanagement des Mandats.
  • Family Office: Gesamtvermögen, Verwalterauswahl, Strukturen, Compliance, Nachfolge.
  • Vermögensverwalter: meist liquide Anlagen.
  • Family Office: auch Immobilien, Beteiligungen, Kunst, Stiftungen.

Regulierung

Vermögensverwalter, die für Dritte Anlageentscheidungen treffen, sind in der Schweiz nach dem FINIG, in Deutschland in der Regel nach dem Wertpapierinstitutsgesetz und in Österreich nach dem WAG 2018 bewilligungspflichtig. Ein Single Family Office, das nur die eigene Familie betreut, ist meist erlaubnisfrei – trifft es aber selbst Anlageentscheidungen für Dritte, kann es selbst bewilligungspflichtig werden.

Zusammenarbeit

Das Family Office definiert die Anlagestrategie mit der Familie, vergibt Mandate an einen oder mehrere Verwalter, überwacht Performance und Kosten und konsolidiert alles in einer Gesamtsicht. Der Verwalter liefert Daten und Berichte. Je klarer die Mandate im Investment Policy Statement beschrieben sind, desto besser lässt sich die Leistung beurteilen.

Kurz-Checkliste

  • Mandat und Benchmark je Verwalter schriftlich festhalten.
  • Datenlieferung und Berichtsrhythmus vereinbaren.
  • Kosten und Drittvergütungen offenlegen lassen.
  • Performance quartalsweise im Family Office konsolidieren.

Auf einen Blick

VermögensverwalterAnlageentscheidungen im Mandat, bewilligungspflichtig
Family Officeganzheitliche Betreuung, Steuerung der Verwalter

Häufige Fragen

Braucht eine Familie mit Vermögensverwalter noch ein Family Office?

Bei mehreren Verwaltern, Banken und Strukturen meist ja, weil sonst niemand die Gesamtsicht und Kontrolle übernimmt.

Kann ein Family Office selbst Vermögen verwalten?

Ein Single Family Office für die eigene Familie in der Regel ja; für Dritte ist meist eine Bewilligung nötig.

Wie wird die Leistung eines Verwalters gemessen?

Mit zeitgewichteter Rendite nach Kosten gegenüber einer zum Mandat passenden Benchmark.

Wie viele Verwalter sind sinnvoll?

Häufig zwei bis vier, um Stile und Risiken zu verteilen.

Quellen

Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.

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