Frage aus der Praxis
Wie wähle ich einen externen Vermögensverwalter aus?
Stand: 11. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Zuerst wird das Mandat definiert: Ziel, Anlageuniversum, Risiko, Benchmark. Danach werden Kandidaten geprüft – Bewilligung und Aufsicht, Organisation und Personen, Anlageprozess, Performance über einen vollen Zyklus mit vergleichbarer Methode, Gesamtkosten und Interessenkonflikte wie Retrozessionen. Nach der Auswahl folgt die laufende Überwachung gegen Benchmark und Mandatsvorgaben.
Prüfkriterien
- Bewilligung und Aufsicht (z. B. FINIG in der Schweiz, WpIG in Deutschland, WAG in Österreich).
- Organisation, Eigentümer, Schlüsselpersonen und deren Stabilität.
- Anlageprozess und Risikomanagement.
- Performance über mehrere Jahre, nach Gebühren, mit zeitgewichteter Rendite gegenüber passender Benchmark.
- Gesamtkosten inklusive Produkt- und Transaktionskosten, Offenlegung von Retrozessionen.
- Reporting und Datenlieferung.
Performance richtig vergleichen
Vergleichbar ist nur, was nach derselben Methode gemessen wird: zeitgewichtete Rendite, nach Kosten, über denselben Zeitraum, gegenüber einer zum Mandat passenden Benchmark. Ausgewählte Musterportfolios ohne vollständige Historie sind kein Beleg. Ebenso wichtig ist, ob die Performance vom heutigen Team erzielt wurde.
Praxis: Überwachung nach der Auswahl
Die Auswahl ist erst der Anfang. Quartalsweise werden Performance, Einhaltung der Vorgaben und Kosten geprüft, jährlich das ganze Mandat. FLIORE zeigt die Performance je Verwalter und Mandat gegenüber Benchmarks und Abweichungen von Anlagerichtlinien.
Kurz-Checkliste
- Mandat mit Ziel, Risiko und Benchmark schriftlich festhalten.
- Bewilligung und Aufsicht des Verwalters prüfen.
- Performance nach Gebühren mit zeitgewichteter Rendite vergleichen.
- Gesamtkosten und Drittvergütungen offenlegen lassen.
- Quartalsweise Überwachung vereinbaren.
Häufige Fragen
Sollte ich eine Ausschreibung machen?
Bei größeren Mandaten ist ein strukturiertes Auswahlverfahren mit Fragebogen und Präsentationen sinnvoll. Es macht Angebote vergleichbar und dokumentiert die Entscheidung.
Wie viele Verwalter sind sinnvoll?
Das hängt von Vermögen und Strategie ab; oft zwei bis vier, um Stile und Risiken zu verteilen.
Was ist bei Retrozessionen zu beachten?
Sie sollten offengelegt und je nach Vereinbarung weitergegeben werden; sie können Interessenkonflikte schaffen.
Wie lange sollte die Performance-Historie sein?
Idealerweise über einen vollen Marktzyklus, also mehrere Jahre.
Quellen
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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