Regulierung Schweiz
Politisch exponierte Personen (PEP) nach Schweizer Recht
Stand: 10. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Das Schweizer Geldwäschereigesetz unterscheidet ausländische PEP, inländische PEP und PEP internationaler Organisationen. Geschäftsbeziehungen mit ausländischen PEP gelten immer als Beziehungen mit erhöhtem Risiko; bei inländischen und internationalen PEP nur, wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen. Inländische PEP gelten 18 Monate nach Aufgabe ihrer Funktion nicht mehr als PEP. Familienangehörige und nahestehende Personen werden einbezogen.
Drei Kategorien
- Ausländische PEP: Personen mit führenden öffentlichen Funktionen im Ausland, etwa Staats- und Regierungschefs, hohe Politiker, Richter, Militärs, Führungsorgane staatlicher Unternehmen.
- Inländische PEP: Personen mit führenden öffentlichen Funktionen auf nationaler Ebene in der Schweiz.
- PEP internationaler Organisationen und internationaler Sportverbände.
Was daraus folgt
Geschäftsbeziehungen mit ausländischen PEP und ihnen nahestehenden Personen gelten stets als Geschäftsbeziehungen mit erhöhtem Risiko. Das verlangt zusätzliche Abklärungen, insbesondere zur Herkunft der Vermögenswerte, und die Zustimmung einer übergeordneten Stelle bzw. der Geschäftsleitung.
Bei inländischen PEP und PEP internationaler Organisationen ist das Risiko erhöht, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen. Inländische PEP gelten nach Ablauf von 18 Monaten seit Aufgabe der Tätigkeit nicht mehr als PEP; die allgemeinen Sorgfaltspflichten bleiben.
PEP im Family Office
In Familienstrukturen ist der PEP-Status oft nicht beim Kunden, sondern bei einem Begünstigten, einem Schwiegersohn oder einem Organmitglied zu finden. Massgebend ist deshalb der Blick auf alle Personen eines Mandats. FLIORE führt das PEP-Kennzeichen je Person; in der Risikobeurteilung eines Mandats wirkt es sich aus, sobald eine verknüpfte Person als PEP markiert ist.
Auf einen Blick
| Rechtsgrundlage | Geldwäschereigesetz (GwG), Begriffsbestimmungen zu PEP |
|---|---|
| Ausländische PEP | immer erhöhtes Risiko |
| Inländische / internationale PEP | erhöhtes Risiko bei zusätzlichen Risikofaktoren |
| Inländische PEP nach Amtsende | 18 Monate |
Häufige Fragen
Ist ein ehemaliger Schweizer Bundesrat noch PEP?
Inländische PEP gelten 18 Monate nach Aufgabe ihrer Funktion nicht mehr als PEP. Für ausländische PEP gibt es diese Frist im GwG nicht.
Zählen Familienangehörige als PEP?
Familienangehörige und nahestehende Personen werden einbezogen und können zu einer Beziehung mit erhöhtem Risiko führen.
Wie zeigt FLIORE PEP in einem Mandat?
Das PEP-Kennzeichen wird je Person geführt; die Risikobeurteilung des Mandats berücksichtigt alle verknüpften Personen.
Quellen
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Massgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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