Ratgeber Vermögen
Private Equity im Family Office: Zusagen, Abrufe, Bewertung
Stand: 10. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Private Equity funktioniert anders als ein Wertpapierdepot: Die Familie sagt Kapital zu, das über Jahre abgerufen wird, und erhält Ausschüttungen erst später. Ein Family Office muss deshalb Zusagen, Abrufe, Ausschüttungen und offene Zusagen je Fonds führen, Bewertungen mit Stichtag erfassen und genug Liquidität für künftige Abrufe einplanen. Als Kennzahlen dienen IRR und MOIC.
Der Lebenszyklus eines Fonds
Nach der Zeichnung ruft der Fonds das zugesagte Kapital in mehreren Tranchen ab, meist in den ersten Jahren der Investitionsphase. Später fliessen Ausschüttungen aus Exits zurück. Dazwischen liegen Jahre, in denen der Fonds nur geschätzt bewertet wird – typischerweise quartalsweise mit Verzug.
Was das Family Office führen muss
- Zusage (Commitment) je Fonds und Währung.
- Kapitalabrufe und Ausschüttungen mit Datum und Betrag.
- Offene Zusagen – die künftigen Liquiditätsbedarfe.
- Net Asset Value mit Stichtag und Quelle (Fondsbericht).
- Kennzahlen: IRR und MOIC, getrennt nach realisiert und unrealisiert.
Liquiditätsplanung
Offene Zusagen sind eine Verpflichtung. Wird ein Abruf nicht bedient, drohen empfindliche Folgen. Ein Family Office sollte deshalb die Summe der offenen Zusagen kennen und der verfügbaren Liquidität gegenüberstellen – insbesondere, wenn mehrere Fonds gleichzeitig in der Investitionsphase sind.
FLIORE führt Private Equity als Anlageklasse mit Bewertungen, Zahlungsströmen und IRR/MOIC; Bewertungen mit Stichtag und Quelle machen den Zeitverzug sichtbar.
Praxis: der Fonds-Kalender
Kapitalabrufe kommen oft mit kurzer Frist. Ein Kalender mit erwarteten Abrufen, Berichtsterminen der Fonds und Fälligkeiten der Steuerunterlagen hilft, Liquidität rechtzeitig bereitzustellen. Ergänzend lohnt eine Übersicht nach Vintage-Jahren, um die Diversifikation über die Zeit zu sehen.
Auf einen Blick
| Kennzahlen | IRR, MOIC (TVPI), DPI |
|---|---|
| Bewertung | NAV meist quartalsweise mit Verzug |
| Liquidität | offene Zusagen als künftiger Bedarf |
Häufige Fragen
Warum ist der IRR bei Private Equity üblich?
Weil der Fondsmanager über Zeitpunkt und Höhe der Abrufe und Ausschüttungen entscheidet; der IRR bildet das ab.
Was sind offene Zusagen?
Der noch nicht abgerufene Teil des zugesagten Kapitals – eine künftige Zahlungsverpflichtung.
Wie aktuell ist die Bewertung eines PE-Fonds?
Meist einige Wochen bis Monate alt, weil Fonds quartalsweise und mit Verzug berichten. Das Datum sollte immer sichtbar sein.
Quellen
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Massgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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