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Ratgeber Compliance

Compliance-Kalender: Fristen im Jahreslauf eines Family Office

Stand: · Leutrim Miftaraj, FLIORE · Redaktionsgrundsätze

Kurzantwort

Ein Compliance-Kalender bündelt alle wiederkehrenden und einmaligen Fristen eines Family Office: Meldungen für AIA/CRS und FATCA, Registeraktualisierungen, Berichte an die Stiftungsaufsicht, Steuererklärungen, periodische KYC-Überprüfungen, ablaufende Ausweise und Vollmachten sowie Kapitalabrufe. Entscheidend ist, dass jede Frist eine verantwortliche Person, eine Vorlaufzeit und einen Nachweis der Erledigung hat.

Warum ein eigener Kalender nötig ist

Fristen im Family Office kommen aus vielen Quellen: Steuerrecht, Geldwäscherecht, Gesellschafts- und Stiftungsrecht, Verträgen und Fondsdokumenten. Sie betreffen unterschiedliche Länder und Strukturen. In persönlichen Agenden oder verstreuten Tabellen gehen sie unter, sobald jemand ausfällt. Ein zentraler Kalender macht Fristen sichtbar, verteilt Verantwortung und schafft einen Nachweis für Prüfungen.

Wiederkehrende Meldefristen

Ausgewählte Meldefristen (Kalenderjahr als Meldejahr; Angaben ohne Gewähr, massgebend sind die Behördenvorgaben)
PflichtSchweizDeutschlandÖsterreich
AIA/CRS-Meldung meldender Finanzinstitutebis 30. Juni an die ESTVbis 31. Juli an das BZStbis 30. Juni an das Finanzamt (GMSG)
FATCAdirekt an den IRS (Modell 2)bis 31. Juli an das BZSt (Modell 1)direkt an den IRS (Modell 2)
Register der wirtschaftlich BerechtigtenTransparenzregister (TJPG) seit 1. Oktober 2026: Ersteintragung, danach jede Änderung meldenÄnderungen unverzüglich mitteilenJährliche Überprüfung nach WiEReG
StiftungsaufsichtJahresbericht nach Vorgabe der AufsichtNach LandesstiftungsrechtStiftungsprüfer jährlich (Privatstiftung)

Fristen aus dem Mandat selbst

  • Periodische KYC-Überprüfung je nach Risikostufe.
  • Ablaufende Pässe und Identitätskarten der Familienmitglieder und Organe.
  • Befristete Vollmachten und Zeichnungsberechtigungen.
  • Kapitalabrufe aus Fondszusagen und Fälligkeiten von Darlehen.
  • Generalversammlungen, Stiftungsratssitzungen und Abschlüsse der Gesellschaften.
  • Kündigungsfristen von Versicherungen, Mietverträgen und Mandaten.

So wird der Kalender belastbar

  1. Alle Fristquellen erfassen: Gesetze, Verträge, Fondsdokumente, Statuten.
  2. Jeder Frist eine verantwortliche Person und eine Stellvertretung zuordnen.
  3. Vorlaufzeiten festlegen, etwa sechs Wochen für Meldungen und 60 Tage für Ausweise.
  4. Erledigung mit Datum und Beleg dokumentieren.
  5. Monatlich eine Übersicht der kommenden und überfälligen Fristen an die Leitung.

Umsetzung in FLIORE

Der Compliance-Kalender von FLIORE führt Fristen aus neun Quellen zusammen: Kontrollen, KYC-Überprüfungen, KYC-Datensätze, Governance-Fristen, Dokumente, Vollmachten, Kapitalabrufe, Aufgaben und wirtschaftlich Berechtigte. Archivierte Mandate bleiben aussen vor. Der Kalender lässt sich als ICS-Datei in Outlook oder Google Kalender abonnieren.

Auf einen Blick

FristquellenSteuer-, Geldwäsche-, Gesellschafts- und Stiftungsrecht, Verträge, Fonds
Pflichtbestandteile je FristVerantwortliche Person, Vorlaufzeit, Erledigungsnachweis
Typische VorlaufzeitVier bis acht Wochen für Meldungen

Häufige Fragen

Welche Frist wird am häufigsten verpasst?

In der Praxis sind es ablaufende Ausweise und befristete Vollmachten. Sie fallen erst auf, wenn eine Bank eine Transaktion blockiert. Eine automatische Erinnerung mit 60 Tagen Vorlauf verhindert das.

Gehören Steuererklärungen in den Compliance-Kalender?

Ja, zumindest die Fristen und Fristverlängerungen. Die Fristen unterscheiden sich in der Schweiz von Kanton zu Kanton und in Deutschland und Österreich je nach Beratungsmandat.

Wer sollte den Kalender verantworten?

Häufig die Compliance-Funktion oder der CFO. Wichtig ist eine Stellvertretung, damit der Kalender auch bei Abwesenheit funktioniert.

Reicht ein gemeinsamer Outlook-Kalender?

Für wenige Fristen vielleicht. Sobald Nachweise, Zuständigkeiten und Auswertungen gefragt sind, stösst ein reiner Terminkalender an Grenzen. Sinnvoll ist eine Quelle, die sich in den persönlichen Kalender abonnieren lässt.

Wie unterscheiden sich Fristen von Kontrollen?

Eine Frist hat ein festes Datum, etwa eine Meldung bis 30. Juni. Eine Kontrolle ist eine wiederkehrende Prüfung, etwa die halbjährliche Durchsicht der Zugriffsrechte. Beide gehören in denselben Kalender, damit nichts zwischen Steuer-, Compliance- und Betriebsthemen verloren geht.

Quellen

Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Massgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.

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