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Vergleich

Family-Office-Software oder Buchhaltungssoftware?

Stand: · Leutrim Miftaraj, FLIORE · Redaktionsgrundsätze

Kurzantwort

Buchhaltungssoftware führt die gesetzliche Rechnungslegung je Rechtseinheit: Belege, Konten, Abschlüsse, Mehrwertsteuer. Family-Office-Software zeigt die wirtschaftliche Sicht über alle Einheiten und das Privatvermögen hinweg: Marktwerte, Durchschau, Performance, Strukturen, Compliance und Dokumente. Ein Family Office braucht in der Regel beides; entscheidend ist, dass die beiden Welten abgestimmt sind statt doppelt gepflegt.

Zwei verschiedene Fragen

Die Buchhaltung beantwortet, was eine Gesellschaft rechtlich besitzt und schuldet und welchen Gewinn sie ausweist – zu Buchwerten und nach Rechnungslegungsrecht. Das Family Office will wissen, was die Familie insgesamt wert ist, wie sich das Vermögen entwickelt, welche Risiken bestehen und was als Nächstes zu tun ist. Diese Fragen lassen sich mit einer Buchhaltung je Gesellschaft nicht beantworten, weil Privatvermögen, Stiftungen, Trusts und Marktwerte fehlen.

Vergleich

Buchhaltungssoftware und Family-Office-Software im Vergleich
BuchhaltungssoftwareFamily-Office-Software
EinheitEine RechtseinheitFamilie mit allen Strukturen und Privatvermögen
WerteBuchwerte nach RechnungslegungsrechtMarktwerte mit Bewertungsdatum
ZweckAbschluss, Steuern, MehrwertsteuerSteuerung, Reporting, Compliance
SichtVergangenheit, periodischAktuell, laufend
InhalteBelege, Konten, Kreditoren, DebitorenStrukturen, Personen, Rollen, Performance, Dokumente, Fristen

Wo sie sich überschneiden

Kontobewegungen, Zahlungen und Rechnungen kommen in beiden Welten vor. Wird alles doppelt erfasst, entstehen Abweichungen. Besser ist eine klare Aufgabenteilung: Die Buchhaltung bleibt Quelle für die Rechnungslegung der Gesellschaften; die Family-Office-Software liest Bankdaten ein, ergänzt Marktwerte und führt die Gesamtsicht. Regelmässige Abstimmungen der Bestände je Stichtag zeigen, ob beide Welten übereinstimmen.

Wann Buchhaltung allein reicht

Bei einer einzigen Holding ohne nennenswertes Privatvermögen ausserhalb und ohne Stiftungen oder Trusts kann eine gute Buchhaltung mit ergänzendem Depotreporting genügen. Sobald mehrere Strukturen, Länder, Währungen und Vermögensklassen zusammenkommen oder Sorgfaltspflichten zu erfüllen sind, stösst dieser Ansatz an Grenzen.

Gute Zusammenarbeit

  1. Festlegen, welches System für welche Information die Quelle ist.
  2. Bankdaten einmal elektronisch einlesen statt mehrfach abtippen.
  3. Bestände je Struktur und Stichtag regelmässig abstimmen.
  4. Abweichungen dokumentieren und klären.
  5. Daten exportierbar halten, damit Steuerberater und Prüfer damit arbeiten können.

Umsetzung in FLIORE

FLIORE liest Kontoauszüge im Format CAMT.053 und MT940 ein, erkennt Duplikate, führt Marktwerte und konsolidiert das Vermögen über alle Strukturen. Die gesetzliche Buchhaltung bleibt im Buchhaltungssystem; Daten lassen sich für Abstimmung und Steuerberatung exportieren.

Auf einen Blick

BuchhaltungRechtseinheit, Buchwerte, Abschluss
Family-Office-SoftwareFamilie, Marktwerte, Steuerung
EmpfehlungBeides, mit klarer Quelle je Information

Häufige Fragen

Kann Family-Office-Software die Buchhaltung ersetzen?

In der Regel nicht. Die gesetzliche Rechnungslegung verlangt eine Finanzbuchhaltung je Gesellschaft. Die Family-Office-Software ergänzt sie um die wirtschaftliche Gesamtsicht.

Warum stimmen Buchwert und Marktwert nicht überein?

Die Rechnungslegung bewertet viele Anlagen höchstens zu Anschaffungskosten oder nach Vorsichtsprinzip. Für Entscheidungen braucht das Family Office aktuelle Marktwerte.

Wer führt die Abstimmung zwischen beiden Systemen?

Meist der CFO oder die Buchhaltung des Family Office, monatlich oder quartalsweise je Struktur.

Was ist mit Privatvermögen ohne Buchhaltungspflicht?

Privatkonten, Liegenschaften und Sammlungen tauchen in keiner Buchhaltung auf. Gerade sie gehören in die Family-Office-Software, damit die Gesamtsicht vollständig ist.

Welche Daten sollten zwischen beiden Systemen fliessen?

Typischerweise Kontobewegungen, Bestände je Stichtag und Rechnungen. Marktwerte, Strukturen und Compliance-Angaben bleiben in der Family-Office-Software; Buchungssätze und Abschlüsse in der Buchhaltung. Ein definierter Export verhindert Doppelerfassungen.

Quellen

Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Massgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.

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