Ratgeber Vermögen
Anlagestrategie schriftlich festhalten: das Investment Policy Statement
Stand: 11. Oktober 2026 · Leutrim Miftaraj, FLIORE
Kurzantwort
Ein Investment Policy Statement (IPS) ist die schriftliche Anlagestrategie einer Familie. Es hält Ziele, Risikobereitschaft, die strategische Allokation mit Bandbreiten, Liquiditätsbedarf, Ausschlüsse und Verantwortlichkeiten fest. Das IPS ist der Massstab, an dem Verwalter, Investments und das Investment Committee gemessen werden – und es verhindert, dass Anlageentscheidungen von Stimmungen abhängen.
Typische Gliederung
- Ziele: Kapitalerhalt, Wachstum, Ausschüttungen, Generationenperspektive.
- Risikobereitschaft und -fähigkeit, maximale Verluste.
- Strategische Allokation mit Bandbreiten je Anlageklasse.
- Liquidität: Mindestreserve, Bedarf für Ausschüttungen und Kapitalabrufe.
- Ausschlüsse und Nachhaltigkeitsvorgaben.
- Verantwortlichkeiten: Familie, Investment Committee, Family Office, Verwalter.
- Überprüfung: Rhythmus und Anlässe für Anpassungen.
Bandbreiten und Rebalancing
Statt fester Quoten legt das IPS Bandbreiten fest, etwa Aktien 40 bis 55 Prozent. Verlässt eine Anlageklasse ihre Bandbreite, wird das sichtbar und es wird über ein Rebalancing entschieden. Dafür braucht es eine aktuelle, konsolidierte Allokation über alle Banken und Strukturen.
Überwachung
Ein IPS ist nur so gut wie seine Überwachung. FLIORE zeigt die konsolidierte Allokation je Anlageklasse und Mandat, die Performance gegenüber Benchmarks und Abweichungen von Anlagerichtlinien – die Grundlage für jede Sitzung des Investment Committee.
Praxis: das IPS lebendig halten
Ein IPS veraltet, wenn es nur in der Schublade liegt. Hilfreich ist, die Allokation und die Bandbreiten in jedem Monatsbericht sichtbar zu machen und Abweichungen in jeder Sitzung des Investment Committee zu besprechen. Einmal jährlich lohnt sich eine bewusste Überprüfung: Haben sich Ziele, Lebensumstände oder Märkte so verändert, dass die Strategie angepasst werden muss? Die Antwort wird protokolliert.
Häufige Fragen
Wie oft sollte das IPS überprüft werden?
Mindestens jährlich und bei wesentlichen Veränderungen, etwa nach einem Unternehmensverkauf oder einem Generationenwechsel.
Gilt das IPS für alle Strukturen der Familie?
Oft gibt es ein übergeordnetes IPS und ergänzende Vorgaben für einzelne Stiftungen oder Gesellschaften.
Wer unterschreibt das IPS?
Typischerweise die Familie bzw. ihre Gremien; Verwalter bestätigen, dass sie danach arbeiten.
Quellen
Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Massgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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