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Vergleich

TWR oder IRR? Welche Rendite das Family Office misst

Stand: · Leutrim Miftaraj, FLIORE · Redaktionsgrundsätze · English version

Kurzantwort

Die zeitgewichtete Rendite (TWR) neutralisiert Zu- und Abflüsse und misst damit die Leistung einer Anlagestrategie oder eines Verwalters. Die interne Rendite (IRR) berücksichtigt Höhe und Zeitpunkt der Flüsse und misst, was die Familie mit ihrem Geld tatsächlich verdient hat. Für liquide Portfolios und den Vergleich mit Indizes gilt TWR, für Private Equity und Direktbeteiligungen IRR, ergänzt um MOIC.

Der Unterschied in einem Satz

TWR beantwortet: Wie gut hat die Anlage gearbeitet? IRR beantwortet: Wie viel hat der Investor mit seinen konkreten Einzahlungen und Entnahmen verdient? Beide Fragen sind berechtigt, aber sie haben unterschiedliche Antworten, sobald Geld während der Messperiode zu- oder abfliesst.

Vergleich

Zeitgewichtete und interne Rendite im Vergleich
TWR (zeitgewichtet)IRR (geldgewichtet)
MisstLeistung der Anlage bzw. des VerwaltersErgebnis für den Investor
Zu- und AbflüsseWerden neutralisiertGehen mit Höhe und Zeitpunkt ein
Geeignet fürLiquide Portfolios, Verwaltervergleich, BenchmarkPrivate Equity, Direktbeteiligungen, Immobilienprojekte
StandardGIPS für die meisten PortfoliosGIPS für bestimmte private Anlagen, ILPA-Reporting
DatenbedarfBewertung bei jedem FlussFlüsse mit Datum und Endwert

Ein Beispiel

Ein Depot startet mit 1 Million. Im ersten Halbjahr steigt es um 10 Prozent auf 1,1 Millionen. Dann legt die Familie 1 Million nach, und das Depot fällt im zweiten Halbjahr um 5 Prozent auf 1,995 Millionen. Die TWR verkettet die beiden Halbjahre: 1,10 × 0,95 − 1 = 4,5 Prozent. Die IRR ist dagegen leicht negativ, rund minus 0,3 Prozent auf das Jahr gerechnet: Insgesamt wurden 2 Millionen eingesetzt, am Ende stehen 1,995 Millionen, weil das zusätzliche Geld genau in der schwachen Phase investiert war. Der Verwalter hat ordentlich gearbeitet; der Zeitpunkt der Einzahlung war ungünstig – und den hat die Familie entschieden.

Wann welche Kennzahl

  • Verwalter beurteilen und mit Benchmark vergleichen: TWR.
  • Gesamtvermögen der Familie über die Jahre verfolgen: TWR, ergänzt um die absolute Wertveränderung.
  • Private-Equity-Fonds und Co-Investments: IRR und MOIC (Vielfaches des eingesetzten Kapitals).
  • Eigene Projekte mit klaren Ein- und Auszahlungen, etwa Immobilienentwicklungen: IRR.

Grenzen beider Kennzahlen

Die TWR braucht eine Bewertung bei jedem Fluss; mit seltenen Bewertungen wird sie ungenau. Die IRR reagiert stark auf frühe Rückflüsse und sagt allein nichts über die absolute Grösse des Gewinns aus – deshalb gehört der MOIC dazu. Kurze Zeiträume mit IRR zu messen, kann zu übertrieben hohen oder tiefen Werten führen.

Umsetzung in FLIORE

FLIORE berechnet TWR, IRR und MOIC je Mandat aus den erfassten Bewertungen und Flüssen, konsolidiert in der gewählten Reporting-Währung. Der Monatsbericht zeigt die Kennzahlen nebeneinander, damit Familien beide Sichten verstehen.

Auf einen Blick

TWRLeistung der Anlage, Flüsse neutralisiert
IRRErgebnis des Investors, Flüsse gewichtet
ErgänzungMOIC für private Anlagen

Häufige Fragen

Warum zeigt mein Bericht zwei unterschiedliche Renditen?

Weil TWR und IRR unterschiedliche Fragen beantworten. Liegen sie weit auseinander, hatten Zeitpunkt und Höhe der Ein- und Auszahlungen grossen Einfluss.

Welche Rendite verlangen die GIPS?

Für die meisten Portfolios die zeitgewichtete Rendite. Für bestimmte private Anlagen und geschlossene Strukturen lassen die GIPS geldgewichtete Renditen zu.

Was ist die Modified-Dietz-Methode?

Eine Näherung der TWR, die Flüsse innerhalb einer Periode zeitanteilig gewichtet, wenn nicht bei jedem Fluss bewertet wird.

Kann man IRR und TWR addieren oder mitteln?

Nein. Es sind unterschiedliche Kennzahlen, die nebeneinander gezeigt und erklärt werden sollten.

Quellen

Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Massgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.

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