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Regulierung Schweiz

FATCA in der Schweiz: was Family Offices wissen müssen

Stand: · Leutrim Miftaraj, FLIORE · Redaktionsgrundsätze · English version

Kurzantwort

FATCA verpflichtet ausländische Finanzinstitute, Konten von US-Personen an die US-Steuerbehörde IRS zu melden. Die Schweiz setzt FATCA seit 2014 nach dem Modell 2 um: Schweizer Finanzinstitute melden mit Zustimmung der Kundschaft direkt an den IRS. 2024 wurde ein Abkommen nach Modell 1 unterzeichnet, mit dem die Meldung künftig über die Eidgenössische Steuerverwaltung läuft. Family Offices müssen ihre Strukturen klassifizieren und US-Bezüge kennen.

Das geltende Modell 2

Das FATCA-Abkommen zwischen der Schweiz und den USA nach Modell 2 ist seit 2014 in Kraft, umgesetzt durch das FATCA-Gesetz. Schweizer Finanzinstitute registrieren sich beim IRS, identifizieren US-Konten und melden sie mit Zustimmung der Kontoinhaber direkt. Fehlt die Zustimmung, werden die Konten in aggregierter Form gemeldet; der IRS kann dann über ein Gruppenersuchen Amtshilfe verlangen.

Geplanter Wechsel zu Modell 1

Die Schweiz und die USA haben am 27. Juni 2024 ein neues Abkommen nach Modell 1 unterzeichnet. Danach melden Schweizer Finanzinstitute an die ESTV, die die Daten an den IRS weiterleitet – wie beim automatischen Informationsaustausch. Über die nötige Anpassung des Landesrechts entscheidet das Parlament; gemäss Planung des SIF soll der Modellwechsel per 1. Januar 2027 in Kraft treten. Gruppenersuchen entfallen dann. Für Family Offices ändert sich der Meldeweg, die Klassifizierung der Strukturen bleibt zentral.

Wen FATCA betrifft

  • US-Staatsangehörige, auch mit Wohnsitz in der Schweiz und ohne Bezug zu den USA.
  • Personen mit Green Card oder Steuerpflicht in den USA aufgrund ihres Aufenthalts.
  • Gesellschaften, Stiftungen und Trusts mit US-Personen als beherrschende Personen.
  • Strukturen, die selbst als Finanzinstitut gelten, etwa professionell verwaltete Investmentgesellschaften.

Strukturen klassifizieren

Jede Gesellschaft, Stiftung und jeder Trust braucht eine FATCA-Klassifizierung. Eine Struktur, die überwiegend Anlageerträge erzielt und von einem Finanzinstitut verwaltet wird, kann selbst als Finanzinstitut (Investmentunternehmen) gelten und muss sich dann registrieren oder eine Ausnahme nutzen. Andere Strukturen gelten als passive oder aktive Nicht-Finanzunternehmen; bei passiven werden US-Personen unter den beherrschenden Personen gemeldet. Gegenüber Banken wird die Klassifizierung mit dem Formular W-8BEN-E bzw. einer Selbstauskunft erklärt.

Vorgehen im Family Office

  1. US-Bezüge aller Familienmitglieder erfassen: Staatsangehörigkeit, Green Card, Aufenthalt.
  2. Jede Struktur für FATCA und CRS konsistent klassifizieren.
  3. Selbstauskünfte und W-8-Formulare je Bank aktuell halten.
  4. Bei US-Personen die persönliche US-Steuerpflicht mit Fachleuten klären.
  5. Änderungen wie Einbürgerung oder Wegzug sofort nachführen.

Umsetzung in FLIORE

FLIORE hält je Person Steuerdomizile mit TIN und je Struktur die Klassifizierung fest. Die AIA/CRS-Vorabprüfung zeigt fehlende Angaben; dieselben Daten bilden die Grundlage für FATCA-Selbstauskünfte gegenüber Banken.

Auf einen Blick

In KraftSeit 2014 (Modell 2)
Meldung heuteDirekt an den IRS mit Zustimmung der Kundschaft
KünftigModell 1 über die ESTV, unterzeichnet 2024, Inkrafttreten vorgesehen 2027

Häufige Fragen

Ist ein Single Family Office ein Finanzinstitut nach FATCA?

Das hängt von seiner Tätigkeit ab. Ein Family Office, das Vermögen für Dritte verwaltet, kann als Finanzinstitut gelten. Ein reines Dienstleistungsunternehmen für eine Familie ist oft ein Nicht-Finanzunternehmen. Die Einordnung sollte geprüft und dokumentiert werden.

Was sind «Accidental Americans»?

Personen, die durch Geburt in den USA oder durch einen US-Elternteil US-Staatsangehörige sind, ohne je dort gelebt zu haben. Sie gelten als US-Personen und sind von FATCA betroffen.

Gilt FATCA zusätzlich zum AIA?

Ja. Die USA nehmen nicht am AIA nach OECD-Standard teil; FATCA ist ein eigenes Regime. Strukturen müssen für beide klassifiziert werden.

Was passiert, wenn eine US-Person die Zustimmung verweigert?

Unter Modell 2 wird das Konto aggregiert gemeldet, und der IRS kann über ein Gruppenersuchen Amtshilfe verlangen. Banken schränken solche Beziehungen oft ein.

Quellen

Diese Seite bietet Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Massgebend sind die zitierten Rechtsquellen in ihrer jeweils geltenden Fassung.

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